Reisebericht zur Tagung „Gemeinschaft im Gespräch“ in Litauen

von Sabine Kusterer

Im schönen Monat Mai bin ich mit meiner Mitbewohnerin und zwei Bewohnern aus anderen Häusern unserer Gemeinschaft nach Litauen geflogen. Dort haben wir an der Tagung „Gemeinschaft im Gespräch“ teilgenommen. Schon die Anreise mit dem Flugzeug war interessant, da wir alle noch nie in Litauen waren. Für meine Mitbewohnerin war es sogar der erste Flug in ihrem Leben.

In unserem Tagungshotel haben wir viele neue Menschen kennengelernt und auch neue Freundschaften geschlossen. Besonders interessant war für mich, Menschen aus verschiedenen Ländern und Gemeinschaften zu treffen und zu erfahren, wie sie miteinander leben und arbeiten. Die unterschiedlichen Sprachen wurden für uns übersetzt, dafür hatten wir Kopfhörer auf. So konnten wir auch verstehen, was in den verschiedenen Arbeitsgruppen angeboten wurde und uns aktiv daran beteiligen.

In den Arbeitsgruppen konnten wir selbst etwas ausprobieren und Neues lernen. Ich habe zum Beispiel beim „Sozialen Zirkus“ mitgemacht und dabei einige Kunststücke und sogar Theater spielen gelernt. Dabei konnte ich mich selbst ausprobieren und mit anderen gemeinsam etwas erarbeiten. Für unsere Aufführung am Ende der Tagung bekamen wir viel Applaus. Es war schön zu erleben, dass das, was wir gemeinsam gelernt und geübt hatten, am Ende vor allen Teilnehmern gezeigt werden konnte

Auch der Austausch mit den anderen Teilnehmern war für mich ein wichtiger Teil der Tagung. Wir konnten unsere eigenen Erfahrungen einbringen und gleichzeitig erfahren, wie andere Menschen in ihren Gemeinschaften leben. Dadurch habe ich neue Ideen und Eindrücke bekommen. Ich habe erlebt, dass jeder etwas beitragen kann und dass es möglich ist, auch mit unterschiedlichen Sprachen und Lebensgeschichten gemeinsam zu lernen und etwas zu gestalten.

Besonders gefallen hat mir der Tagesausflug in ein Museumsdorf, wo wir traditionelle Handwerke ausprobieren konnten, wie zum Beispiel Wolle spinnen oder Leinen weben. Dabei habe ich nicht nur etwas über die Geschichte und das Leben der Menschen in Litauen erfahren, sondern konnte die alten Handwerkstechniken auch selbst ausprobieren.

Am Abend waren wir bei unseren litauischen Gastgebern, der Camphill Gemeinschaft Akvila, eingeladen. Das war ganz toll. Uns wurde gezeigt und erzählt, wie sie dort leben und arbeiten. Dadurch konnte ich eine andere Gemeinschaft kennenlernen und mit unserer eigenen Lebensgemeinschaft vergleichen. Im Garten haben die Mitarbeiter für uns gegrillt und eine Folkloregruppe hat mit uns einige litauische Volkstänze eingeübt. Auch hier konnten wir selbst mitmachen und etwas über die Kultur und Traditionen Litauens lernen.

Vor unserer Abreise haben wir auch noch die alte Stadt Kaunas besichtigt. Sie war vor vier Jahren Kulturhauptstadt. Mir hat besonders das historische Rathaus und die Altstadt gefallen. Durch den Besuch konnte ich noch mehr über die Geschichte und Kultur Litauens erfahren.

Ich bin sehr froh, dass ich an der Tagung teilgenommen habe. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt, neue Dinge ausprobiert und viel über andere Gemeinschaften, über Litauen und seine Kultur gelernt. Besonders schön war für mich, dass ich nicht nur dabei war, sondern bei den Arbeitsgruppen, der Aufführung und den gemeinsamen Aktivitäten selbst mitmachen und etwas beitragen konnte. Meine Begleiterin hat mit mir darüber ein Fotoalbum gemacht. Da schaue ich oft rein und freue mich immer wieder über alles, was ich erlebt und gelernt habe.

Wir danken der Aktion Mensch sehr herzlich für ihre großzügige Unterstützung, die uns die Teilnahme an diese Bildunsveranstaltung möglich gemacht hat – DANKE!

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