Lebenslust in herrlichem Ambiente

Lauterbacher Anzeiger vom 26.6.2024 von Ditte von Dietze
Besucherrekord bei Johannimarkt in Stockhausen – Reiten, Tanzen , Kanufahren
Mittlerweile hat sich der traditionelle Johannimarkt der »Gemeinschaft Altenschlirf« zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt. Kamen am Samstag die Gäste wegen des bedeckten Wetters und nachfolgendem Regenschauer noch etwas verhaltener, so konnte man am Sonntag mit über 4000 Besuchern bereits von einem neuen Rekord sprechen und nur noch mit Mühe einen Parkplatz ergattern.

Wo findet man in der heutigen Zeit so viele meist regionale Kunsthandwerker und ein mit so viel Liebe zum Detail durchdachtes Rahmenprogramm für kleine und große Menschenkinder rund um das Schloss im Park mit seinem besonderen Ambiente und einen Gutshof mit Brunnen zur vielseitigen Bewirtung? Fast mutete das Zusammensein der unterschiedlichsten Gäste mit den vielen bekannten, aber auch so manchen neuen Händlern dazwischen wie ein großes Familientreffen an. Man freute sich über das Wiedersehen, tauschte die neuesten Nachrichten ebenso wie Adressen aus und musste über so manchen Spruch wie zum Beispiel »Möge dein Tag durch viele kleine Dinge groß werden« einfach nur gut gelaunt schmunzeln und konnte beschwingt weiterschlendern.

Um alles einmal genauer in Augenschein zu nehmen, waren Ausdauer und mittendrin ein schattiges Plätzchen ganz hilfreich. Am Stand der Blumenkränze, der sich inzwischen schon fast zum Wahrzeichen gemausert hat, waren dieses Mal die emsigen Eltern – gut bewacht von Hündin »Mascha« – im unermüdlichen Einsatz, weil die junge Generation andere Verpflichtungen hatte. Überall bot sich Gelegenheit, sich mit den Händlern über ihre Motivation und ihre angebotenen »Schätze« auszutauschen, manchmal sogar ein Schnäppchen zu machen oder die Kunstwerke bzw. den Schmuck des vergangenen Jahres durch einen weiteren Kauf zu ergänzen. Wer natürlich mit kleinen und größeren »Zappel-Geistern« unterwegs war, der kam an den verlockenden Mitmach-Angeboten im luftigen Zelt von »Zirkutopia« nicht vorbei, konnte plötzlich Riesen-Seifenblasen zaubern oder rollende Stäbe balancieren.

Gleich daneben lud der Schlossteich, auf dem trotz der ungewohnt starken Nutzung eine Entenfamilie bedächtig ihre Kreise zog, zum Kanufahren ein, wobei so mancher Enkel seinen Opa doch zu einer spontanen Bootsfahrt überreden konnte. Auch die einladenden Klänge von Tanzpädagogin Meta-Marie Jacobi verfehlten ihre Wirkung nicht, schnell fand sich – meist barfuß – ein bunt gemischter Tanzreigen auf dem Schlossrasen ein. Hierbei ist Inklusion ganz selbstverständlich: »Gebt einander einfach die Hand, schenkt euch ein Lächeln und tanzt mit!«, so ihre aufmunternde Einladung. Auf ganz mutige Kinder warteten dann noch die Ponys »Otto«, »Reykur«, »Jana« und »Balou«, alle zwischen zehn und 30 Jahren jung, aber noch äußerst fit und geduldig, mit ihren unermüdlichen Reitermädels vom Herbsteiner Reitverein mit einer gemütlichen Entdeckerrunde, bei der anschließend so manche Träne floss! Wer möchte da schon freiwillig wieder absteigen?

Und ganz nebenbei erfährt man hier noch kleine Geschichten, die das Leben schrieb. Ausgerechnet den fleißigen Pizzabäcker Michael Rath, der schon seit 39 Jahren in der Gemeinschaft lebt, arbeitet und sich mit Leidenschaft nebenbei als Hobbybäcker betätigt, hat es in die schattige Wartestation der Reiterleute verschlagen. Nach über 280 gebackenen Bio-Pizzen zwischen 11 und 14 Uhr in seinem selbst gebauten Ofen gönnte er sich nun inkognito eine kleine Verschnaufpause. Die hatte auch so mancher Gast nötig, der beim Schmausen noch die Musik von »Two Chairs« oder mit »Sonja & Friends« genießen konnte.

Am Ende entließ die »Gemeinschaft Altenschlirf« mit ihren überaus engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die auch an verschiedenen Informationsständen fachkundig Auskunft gegeben und Schlossführungen im Programm hatten, ihre Besucherschar mit einer von Gitarre und Sitztrommel begleiteten musikalischen Abschiedsrunde, bei der so mancher bekannte »Evergreen« gemeinsam gesungen wurde, nach Hause.