Am Ostersonntag durfte die Gemeinschaft Altenschlirf erneut eine Eurythmie Aufführung wahrnehmen, welche eigens für diesen besonderen Feiertag von verschiedenen Eurythmisten und Musikern ausgestaltet wurde. Hinter verschlossenem Vorhang erklingt mehrstimmig ein bekannter Klang ohne Worte: „O Haupt voll Blut und Wunden“ aus der Matthäus Passion von J. S. Bach. Sachte öffnet sich das Bühnengeschehen, erhabene Klänge ertönten aus dem wunderbaren Flügel im Saal.
Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus gesagt hatte: „Ehe der Hahn kräht wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
Petrus, dargestellt von einer begabten Künstlerin (Eurythmistin und Sängerin), geht zum Bühnenrand, kniet sich nieder, bedeckt ihr Gesicht mit ihren Händen und weint bitterlich. Die wohlbekannte Musik von Bach beginnt, zuerst die Introduktion mit Klavier, dann die zauberhafte Aria: „Erbarme dich mein Gott“. „Petrus“ steht auf und singt. Im Hintergrund eine weitere Eurythmistin, wohl eine erhabene Gestalt ganz in weiß gekleidet, die voller liebe den singenden Petrus durch langsame und mitfühlende eurythmische Gebärden begleitet.
So beginnt das Programm, ganz in einer Karfreitagsstimmung. Die bekannten Klänge aus der Matthäuspassion verklingen, ein Cellostück von Vivaldi eurythmisch dargestellt fügt sich schön in die barocke Stimmung ein.
Bruch – was sind das für Klänge, ist das überhaupt Musik? Die Beleuchtung begleitet die vier Eurythmisten auf der Bühne. Wechselhaft ist das musikalische Stück von Kurtag, es lebt zwischen weichen, leisen Harmonien und lauten Dissonanzen. Vielleicht erlebte der ein oder andere ein erholsames Aufatmen, als diese Stück zu Ende war. Versöhnlich breitet sich der Choral in h Moll von César Frank klanglich und eurythmisch auf der kleinen Bühne aus.
Zwischendurch hören wir auch passende Gedichte, ebenfalls durch Bewegung ausgedrückt.
Wie ein Herzstück bildet das „Ave Verum Corpus“ in D Dur von Mozart die Mitte des Programmes: diesem besonders gesanglichen Werk, hier jedoch in einer Fassung für Cello und Klavier, liegen die spätmittelalterlichen Worte eines Gebetes in lateinischer Sprache zugrunde: „Ave verum corpus natus de Maria Virgine…“ – „Sei gegrüßt, wahrer Leib, geboren von Maria, der Jungfrau…“
So geht das Programm weiter. Immer heller und lichtvoller werden die Stücke bis sie im brillanten Klavierstück „Frühlingsrauschen“ von Christian Sinding kulminieren.
Feierlich, jedoch in verwandelter Belebung schließt das Programm mit allen fünf Eurythmisten mit einer stummen Form. Der Vorhang geht zu.