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Wollwerkstatt

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Weben, knüpfen, filzen … und mehr!

Werkstattleiterin Gesche Dietrich

Werkstattleiterin Gesche Dietrich

In der ehemaligen Remise neben dem Stockhäuser Schloss liegt die Wollwerkstatt der Gemeinschaft Altenschlirf. Der Raum ist hoch und hell gestaltet, der Holzfußboden und die großen Bogenfenster schaffen eine warme, hüllegebende Arbeitsatmosphäre. Eindrucksvolle Webstühle mit Werkstücken in Arbeit können die Besucher ebenso bestaunen wie die kunstvollen fertigen Teppiche, die an den Wänden hängen. Werkstattleiterin Gesche Dietrich arbeitet hier mit zwölf langjährigen Mitarbeitenden mit Hilfebedarf sowie vier begleitenden Mitarbeiterinnen und einem Seminaristen zusammen. Der Vorläufer der heutigen Wollwerkstatt entstand schon bald nach dem Einzug der ersten Bewohner ins Schloss. Auf Tischwebrahmen und kleinen Hochwebstühlen wurden Kissen und Badezimmerteppiche aus geschenkten Wollresten hergestellt. Auch der erste geknüpfte Teppich entstand bereits in der kleinen Schloßweberei. Gründerin und erste Werkstattleiterin war Magda Hummel, die parallel zum Knüpfen und Weben mit einer Strickmaschine Pullover, Jacken und Schals strickte.

1988 zog die Werkstatt dann in die ausgebaute Remise. Die großzügigeren Räumlichkeiten boten Platz für einige breitere Hochwebstühle, womit das Teppichknüpfen an Bedeutung gewann. Im Laufe der Jahre kamen noch mehr Hochwebstühle dazu, unter anderem ein zwei Meter breiter, sehr stabiler Schweizer Webstuhl, der auch das Weben breiterer Teppiche ermöglicht.

„Das Besondere am Arbeitsplatz Wollwerkstatt ist, dass es nur einen Raum gibt, in dem gearbeitet wird“, betont Gesche Dietrich. Hier stehen nicht nur alle Webstühle, es wird auch gefärbt, gefilzt, Gymnastik betrieben, die Fachkunde durchgeführt und die Pause verbracht. Alle Mitarbeitenden begegnen sich ständig und intensiv. Dieser dauernde Austausch ist durchaus herausfordernd und verlangt soziale Kompetenzen: „Toleranz, Hilfsbereitschaft und Flexibilität üben die Kollegen im Arbeitsalltag schon allein durch die räumliche Notwendigkeit“, erklärt die Werkstattleiterin. „So ist über die Jahre ein ausgesprochen stabiles Team entstanden.“ Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten schon seit Langem in der Werkstatt mit, doch auch neue Kollegen werden herzlich aufgenommen.

Die Wollwerkstatt bietet durch die verschiedenen Arbeitsgänge und Tätigkeiten viele Möglichkeiten, neue Fähigkeiten zu entwickeln, zudem können isolierte Stärken Einzelner gut kombiniert werden. „Die Werkstatt bietet eine außenreizarme, eng begleitete Arbeitsumgebung“, erklärt Gesche Dietrich. „Eigentlich ist sie für jeden geeignet, der sich für Handwerk begeistern kann und sich auf die sozialen Herausforderungen einer Innenwerkstatt einlassen möchte.“

„Sowohl Knüpfen als auch Weben sind ja traditionelle Handwerke und werden bei uns in reiner Handarbeit ausgeführt“, berichtet sie weiter. „Die einzige Maschine, die ein Teppich zu spüren bekommt, ist die elektrische Schermaschine.“ Jedes Produkt entsteht durch Mitarbeitende mit Hilfebedarf. Diese erhalten an ihrem Arbeitsplatz die Unterstützung, die zur Vollendung des Werkstückes nötig ist. Größere Arbeitsplätze werden von Zweierteams ergriffen, die sich in ihren Fähigkeiten ergänzen. Nur die Zu- und Nacharbeit erfolgt durch die begleitenden Mitarbeiter.

Jeder in der Wollwerkstatt angefertigte Teppich ist ein Unikat. Das Werkstatt-Team produziert auch Teppiche auf Bestellung, bei denen individuelle Wünsche berücksichtigt werden können. Die markantesten Produkte sind die Knüpfteppiche: Sie bieten die größten gestalterisch-kreativen Möglichkeiten vom Entwurf bis zum Färben der Wolle. Daneben entstehen auch Webteppiche aus Woll- und Ziegenhaargarn. Auch für diese kann die Wolle gefärbt werden. Mit jedem Mitarbeitenden, der in der Wollwerkstatt tätig wird, entwickeln sich weitere Fähigkeiten, die auch die Produktpalette prägen. So gibt es Ziegenhaarteppiche mit komplizierten Webmustern, feine Baumwoll-Leinen-Stoffe für Tischsets, Serviettentaschen und Küchenhandtücher. Nebenbei wird gestrickt, gehäkelt, gebatikt und gefilzt, und es entstehen immer wieder neue Produktideen.

Kontakt Wollwerkstatt

Werkstattleiterin: Gesche Dietrich, Tel. 06647 9606-670
E-Mail: