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Landwirtschaft

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Arbeiten im Einklang mit der Natur

In der Demeter-Landwirtschaft in Altenschlirf arbeitet Werkstattleiter Ludwig Frevel gemeinsam mit „neun Menschen mit mehr, drei Menschen mit weniger Hilfebedarf“, wie er es augenzwinkernd ausdrückt. Der Aufbau des biologisch-dynamischen Betriebs begann 1987, drei Jahre später wurde der Kuhstall gebaut, der 2012 zum Freilaufstall mit Liegehalle, Heutrocknung und Melkstand umgebaut wurde.

Werkstattleiter Ludwig Frevel und Jan Schreiber
Werkstattleiter Ludwig Frevel und Jan Schreiber

Der Hof als Organismus

Entsprechend den Prinzipien der Demeter-Landwirtschaft, die den Hof als einen individuellen, geschlossenen Organismus betrachtet, gibt es auch in Altenschlirf ein ausgewogenes Zusammenspiel von Feldbau, Grünland, Tierhaltung, Düngung – und Menschen, die darin arbeiten. „Diese Form der Landwirtschaft wirkt gesundend auf Mensch und Umwelt“, ist sich Frevel sicher.

Die Viehhaltung umfasst 32 Milchkühe mit ihrem weiblichen Nachwuchs, ein bis zwei Zuchtbullen und jährlich rund 40 Mastschweine, die vor allem zur Verwertung der anfallenden Molke gehalten werden. Hinzu kommen 70 Legehennen und 30 Masthähnchen. Bei der Wahl der Rassen wurden jeweils robuste und standortbezogene bevorzugt. Die Milch wird in der eigenen Hofkäserei verarbeitet. 82 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche teilen sich auf in 65 Hektar Mähweide und 17 Hektar Ackerbau. Dort werden neben Hafer, Weizen, Triticale, Dinkel und Kleegras auch Feldgemüse wie Sellerie, Chicoreewurzeln, Lauch und verschiedene Kohlarten in Demeter-Qualität angebaut.

Landwirt Paul Kolass

Landwirt Paul Kolass

„Unsere Arbeit wird ganz entscheidend durch die natürlichen Bedürfnisse der Tiere geprägt“, betont Landwirt Paul Kolass. „Diese Bedürfnisse strukturieren unseren Tag, gleichzeitig erleichtern sie den Zugang zur Arbeit, denn es ist ja ganz offensichtlich, dass diese notwendig ist und nicht irgendwie künstlich konstruiert.“ Durch die tägliche Pflege der Tiere mit dem Striegel halten die Mitarbeiter engen Kontakt zu ihnen. „Im Umgang mit den Tieren wird die Wahrnehmungsfähigkeit geschult, das Verhalten der Tiere gibt mir direkte Rückmeldung zu meinen Handlungen“, erläutert der Landwirt.

Landwirt Michael Rath

Landwirt Michael Rath

Flexibilität ist gefragt

Auch Jahreslauf und Wetter prägen die Arbeit und verlangen von den Mitarbeitenden Flexibilität. Die Tätigkeiten sind breit gefächert: Es gibt sowohl täglich wiederkehrende, rythmisierende und damit stabilisierende Arbeiten als auch besondere und jahreszeitlich notwendige Aufgaben. Manche Arbeiten werden allein ausgeführt, andere in Teams, in denen sich verschiedene Fähigkeiten ergänzen können. „Jeder findet einen Arbeitsbereich, in dem er seine Fähigkeiten einbringen und vertiefen kann“, so die Erfahrung von Landwirt Michael Rath, der die Werkstatt Landwirtschaft von Anfang an mitgestaltet hat. „Neben der Erzeugung von Lebensmitteln legen wir großen Wert darauf, die Kulturlandschaft Vogelsberg zu erhalten und mitzugestalten. Jeder, der hier in der Landwirtschaft arbeitet, kann täglich miterleben, wie sich seine Tätigkeit auf die Qualität der Erzeugnisse und das Wohlbefinden der Tiere auswirkt. Wer hinschaut, kann erleben, dass hier mit Hingabe und Ernsthaftigkeit gearbeitet wird.“

So ist die Landwirtschaft ein hervorragender Arbeitsplatz für alle Menschen, die sich körperlich betätigen wollen und können. Zudem wirken der natürliche Arbeitsrhythmus und die lebendige Atmosphäre auf viele Menschen gesundend. Rath beobachtet immer wieder, dass auch Menschen, die sich im Sozialen schwerer tun, hier eine Nische finden, in der sie sich positiv entwickeln können.

Kontakt Landwirtschaft

Werkstattleiter: Ludwig Frevel, Tel. 06643 709-630
E-Mail:

Kontrollstelle: DE-ÖKO-022