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Kon-Tiki

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Auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt

Wohin geht die Reise, wenn der Werkstattalltag nicht mehr in vollem Umfang oder womöglich gar nicht mehr geleistet werden kann? Wohin geht sie für diejenigen Menschen, die altersbedingt aus dem Werkstattgeschehen ausscheiden wollen oder müssen? Die „Gestaltung des Tages“ ist das Bindeglied zwischen Werkstatt und Wohnbereich – der Übergang in einen neuen Lebensabschnitt.


Die Reise geht weiter

2007 wurde in der Gemeinschaft Altenschlirf die Tagesstrukturgruppe KonTiki gegründet. Zurzeit – ist sie im Gutshof in Stockhausen untergebracht, ein Neubau neben dem „Magda-Hummel-Haus“ ist schon geplant . Inzwischen hat sich innerhalb der KonTiki-Gruppe mit der Kreativwerkstatt noch ein neuer Bereich gebildet. Sie schafft den Übergang für diejenigen Menschen, die nicht mehr in vollem Umfang am Werkstattleben teilnehmen können.
Der Schwerpunkt für die älteren Menschen liegt darin, in Würde eine sinnerfüllte Zeit in diesem Lebensabschnitt zu verbringen. Der Bereich der Kreativwerkstatt – der von den älteren Menschen ebenfalls genutzt werden kann und durchaus anregend und verbindend wirken soll – bietet die Möglichkeit, in ruhigerer Atmosphäre sinnvolle und notwendige Arbeiten durchzuführen.


Unterwegs zu neuen Ufern

„Unterwegs zu sein bedeutet Begegnung. Begegnung bietet die Chance, Vertrautem, aber auch Neuem zu begegnen“, so Werkstattleiter Stefan Huss. „Welche Dinge dabei das Interesse jedes einzelnen Teilnehmers wecken, ist abhängig von den individuellen, persönlichen Notwendigkeiten, Wünschen, Bedürfnissen und Lebenserfahrungen.“ Seine Kollegin, Katja Schmidt, Therapeutin für Pädagogische Kunsttherapie, ergänzt: „ Um dem gerecht zu werden, gibt es bei uns ein breit gefächertes Angebot an Tätigkeiten sowie die Möglichkeit der Pädagogischen Kunsttherapie. Diese stärkt durch künstlerische Prozesse auf ganzheitliche Weise die Persönlichkeit, fördert das Selbsterleben und steigert das Selbstvertrauen.“ Dabei gilt es, für die älteren Menschen Betätigungen zu finden, in denen sie an für sie interessante Dinge anknüpfen können, für die im bisherigen Leben vielleicht nicht genügend Zeit war – oder aber auch Neues zu finden, was sie im Lebensabschnitt des Ruhestandes erfüllen kann. Demgegenüber orientieren sich die Tätigkeiten der Menschen in der Kreativwerkstatt an kunsthandwerklichen Produkten, die das Werkstattproduktangebot der Gemeinschaft Altenschlirf ergänzen, sowie an notwendigen Arbeiten im hauswirtschaftlichen Bereich.

Vertraute Orte neu entdecken

Im Bereich der Kreativwerkstatt besteht die Möglichkeit, an vertraute Produkte und Materialien anzuknüpfen – zum Beispiel durch Zuarbeiten für andere Werkstätten. Vor allem aber bieten verschiedene neue eigene Produkte für jeden Einzelnen die Möglichkeit, ganz neue Tätigkeiten kennenzulernen. „Neben dem Wunsch, sinnvolle Tätigkeiten anzubieten, ist es unser Ziel, Fähigkeiten zu erhalten und damit den Teilnehmer/innen der Kreativwerkstatt, die oft tageweise auch noch in ihre bisherige Werkstatt gehen, eine möglichst lange Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen“, erläutert Stefan Huss. „Die älteren Menschen können ebenfalls am Angebot der Kreativwerkstatt teilnehmen, können aber auch mit einer an ihre Verhältnisse angepassten Gestaltung des Tages eigene Schwerpunkte setzen. Dabei ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie ein ganz wichtiges Thema.“

Vor Anker gehen – einen Hafen finden

Den Menschen im Ruhestand bieten sich unterschiedlichste Möglichkeiten, die Qualität des Ruhestandes zu entdecken. Die Lebensreise führt nun an einen Ort, wo es für manche möglich ist, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten noch relativ selbständig zu strukturieren. Andere brauchen eher einen sicheren „Hafen“, eine engere Begleitung, um dadurch eine größtmögliche Lebensqualität in diesem Lebensabschnitt zu erfahren. Nicht zuletzt geht es darum, aus dem Er-Lebten Zukunft zu gestalten.

Benannt ist die Gruppe nach dem Floß des norwegischen Anthropologen und Abenteurers Thor Heyerdahl. 1947 setzte er mit einem aus frischem Balsaholz zusammengeschnürten Floß namens „Kon-Tiki“ von Peru nach Polynesien über und bewies damit, dass schon präkolumbische Indianer in der Lage waren, Polynesien zu besiedeln. Sich auf die Reise machen, etwas Neues entwickeln – die Bezüge der Menschen auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt sind offensichtlich. „Dass der Raum, in dem KonTiki begonnen hat, exakt die gleichen Längen- und Breitenmaße des originalen KonTiki-Floßes hat, ist nur eine äußerlich messbare Parallele“, unterstreicht Stefan Huss. „Auch wir mussten erst lernen, wie man ein solches für uns unbekanntes Floß in die gewünschte Richtung steuert. Und so begegnete uns beim Lesen des Expeditionsberichtes noch so manche Begebenheit, die deutlich machte, dass die Wahl des Namens unglaublich gut passt.“

Kontakt Kon-Tiki Tagesstruktur

Werkstattleiter: Stefan Huss, Tel. 06647 9606-680
E-Mail: